Der Marcel-Reif-Vuvu-Filter

Der Südafrikaner an sich bläst beim Fußball gerne. Dafür nimmt er ein Rohr aus Plastik in den Mund. Um diese Zweideutigkeit auf Fips-Asmussen-Niveau aufzulösen: Dieses Rohr nennt er Vuvuzela und es ist so laut, das für uns Europäer kein normaler Fussball-Fernsehgenuß zu ertragen ist. Sagt der Europäer zumindest.

Dann doch lieber keine Stimmung wie bei der WM1994 in den USA? Um diese WM irgendwie medial hinter uns zu bringen, haben Institute im Auftrag der BILD-Zeitung (oder besser: aufgehetzt und forciert durch die BILD-Zeitung) geforscht und schließlich schlaue Sachen entwickelt. Den Vuvu-Filter. Premiere (Raider schmeckt besser als Twix) hat diese Möglichkeit jetzt in sein Programm installiert und wie von Geisterhand ist der Lärm nur noch für Sepp Blatter und die anderen 20000 Fans im Stadion unerträglich.

Vuvuzelabild aus Wikipedia
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vuvuzela

Das eigentlich Faszinierende ist aber, dass dieser Sender – wir reden immer noch von Premiere – bereits vor Jahren, also gefühlten Jahrzehnten, ein ähnliches (achtung, liebe Onliner, hier kommt ein Wort für Euch) Plugin bereitgestellt hatte. Schon zu prähistorischen Bundesligazeiten konnte man das Spiel nämlich ohne den Kommentator genießen. Das war praktisch, denn so konnte man schon damals die überflüssigen Erich Laasers und Werner Hansches herausfiltern und nur bei Tom Bartels den Ton anlassen.

Meine Forderung von daher: kombiniert diese tollen Sachen doch einfach. Kein Entweder-Oder! Ein Marcel-Reif-Vuvu-Filter wäre für viele Zuschauer vor den Kisten und für die etlichen Zuschauer auf den Fan-Meilen dieses Landes ein Genuß. Kein Getröte (Vuvu) und Genöle (Reif) mehr – so gewinnt man dann automatisch die Vorrundengruppe ohne zu wissen, warum man das überhaupt geschafft hat. Von Reif erfährt man es jedenfalls nicht.

PS: Vuvu-Tipp der Woche für alle, die einen Balkon in einen Innenhof herein haben: blast mal am Sonntag morgen, 8 Uhr, so richtig den Schlaf aus den Lungen rein in diese Brülltüte. Das Ding ist wirklich laut.

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1 Kommentar

  1. … offensichtlich scheint einer der Leser dieser Kolumne den Sonntagstipp bereits umgesetzt zu haben. Bei mir im Innenhof. Gut, es war nicht 8 Uhr, sondern 9 Uhr. Und er konnte das Ding auch nicht richtig bedienen. Aber dieses rohrkrepierte Geräusch machte mich wünschen, so einen Filter gäbe es nicht nur im Fernsehen, sondern auch als stadt-, wenn nicht gar weltumspannenden, Schirm, der uns vor der Blödheit unserer Mitmenschen bewahrt. Wo Selbstjustiz schon nicht mehr so gerne gesehen wird.

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