Tobi

TobiVor ein paar Wochen ist mein Freund Tobi gestorben. Er wurde 36.

Sein Tod beschäftigt mich irgendwie permanent. Immer wieder bis oft gibt es Momente, in denen ich im Stillen über Gemeinsamkeiten lache, über Gespräche nachdenke und in denen mir Songs über den Weg laufen, die wir besprochen oder auch nachgespielt haben.

Für Dich, mein Lieber, und zur besseren Verarbeitung Deines Todes ist dieser kurze Brief. Es ist mir ein Bedürfnis.

Lieber Tobi.

nachdem Du mir an jenem Freitag Abend die Diagnose mitgeteilt hattest und mir diesen verdammten Zeithorizont eröffnet hattest, musste ich mich sammeln. Das musste ich erstmal verarbeiten und es fiel mir nicht leicht, Deiner Aufforderung nach Normalität nachzukommen.

Trotzdem konnten wir beide dieses im Folgegespräch vereinbaren.

Nicht “oft” sondern “intensiv und richtig”.

Ich hätte Dich gerne noch einmal getroffen. Gestern zum Beispiel bei Madsen in Braunschweig. Das war eigentlich die von mir dafür ausgeguckte Option. 

Leider ist das Mistding in Dir nicht mehr aufzuhalten gewesen und eben erwähntes Telefonat war unser letztes Gespräch.

Ein kleiner Zeitsprung: Am 1.Januar diesen Jahres hatte ich Dich aus Instinkt angerufen. Wir hatten uns lange nicht gesehen und es war mir wichtig, Deine Stimme zu hören. Stand heute eines der prägensten Gespräche der letzten Jahre. Wie krass, was wir uns da versprochen haben, wie wir besprochen haben, was wir dieses Jahr unbedingt einhalten wollten. Nicht oft, aber intensiv. Hab ich nicht hingekriegt. Du hattest Recht. “…was wirklich wichtig ist”. Ja ja! Du hattest Recht.

Für die, die Dich nicht oder anders als ich kannten, hier ein paar Beispiele, warum man mit dem Kerl Pferde stehlen konnte.

Du bist mit Abstand der positivste Spinner gewesen, den ich je getroffen habe.

Egal ob großes oder kleines Publikum: Wer kam schon auf die Idee, mir eine Ukulele zum Geburtstag zu schenken und die komplette Gästeschaft auf einen Liquido-Song zu orchestrieren?

Egal ob Blackmail oder die Band eines Freundes: Wer sonst kam schon auf die Idee, einen A-Minor so zu verschwurbeln, dass wir Dich dafür extra auf die Bühne holen mussten, um diesen zu spielen?

Egal ob Tarantino oder Musterknaben. Wer sonst kam schon auf die Idee, jeden Film zu unterbrechen, um nahezu jede Szene und jeden Dialog zu besprechen, zu bewerten und – mit Laiendarstellern wie mir – auch noch nachzuspielen? 

Langer, mit wem fahre ich in Zukunft im Taxi durch Berlin, nachdem der Fahrer über mehrere Minuten nach seinem Musikgeschmack und seiner Frisur ausgewählt wurde, um über Rockmusik zu sprechen?

Ich denke, es ist auch für Dich in Ordnung, wenn ich eines unserer größten Geheimnis hier lüfte. Seit 10 Jahren hatten wir die Aufnahme unseres Albums “Songs of our Life” (Arbeitstitel – es wäre sicherlich pathetischer geworden) geplant und in jedem Gespräch kam ein Song dazu und ein Anderer verschwand. Das war eine lebendige Liste. Zwei Gitarren, 2 Stimmen – und Lieder mit Geschichten. Das war der Plan.

Ich habe recherchiert und konnte die Playlist in unserer gemeinsamen Wunderlist finden.

  • Diggin in The Dirt / Peter Gabriel
  • Low / R.e.m.
  • New England / Billy Bragg
  • In too deep / Phil Collins
  • Freaks / Live
  • Round here / Counting Crows
  • Elderly Woman behind a Counter / Pearl Jam
  • One Great City / The Weakerthans
  • One And only / Chesney Hawkes
  • Indigo Girl / Watershed
  • Swing it / Liquido
  • Hyper enough / Superchunk
  • the first cut is the deepest / Rod Steward
  • Still / Vivid
  • Für immer und Dich / Rio Reiser

Die Geschichten hinter jedem dieser Tracks bleiben für immer in meinem Gedächtnis und es bleiben unsere Geschichten. (An Chesney Hawkes waren definitiv wir beide schuld… )

Tobi, da, wo Ute und ich helfen können, werden wir helfen. Das habe ich Ulli schon angeboten. Versprochen ist Versprochen, mein Bester.

Du kannst Dich auf mich verlassen. Für immer.

Dein Chrischi

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Eimer übern Kopp

Nun bin ich auch nominiert und darf zur #ALSIceBucket-Challenge antreten. Dafür Danke, Martin. Das Eis ist bereits seit heute morgen im Eisfach in Vorbereitung und die Schale steht bereit. Einen Eimer ohne Putzeug habe ich leider nicht.

Ich habe mir im Vorfeld im intensiven Videostudium ein paar gute Versionen angeschaut und hatte – meiner Kreativität geschuldet – schon etliche Varianten im Kopf, wie das Eiswasser über den Kopf zu schütten ist. Im Ernst: Respekt, Bastian Schweinsteiger, Respekt Bill Gates. Interessant und gut gemacht.

Je mehr ich mich allerdings damit beschäftigt habe, umso mehr hab ich mich mit der fürchterlichen Krankheit, auf die viral mit dieser Challenge hingewiesen wird, beschäftigt.

Kein leichter Task für einen Hypochonder. Die Krankheit beginnt schleichend mit “Wehwehchen”, die uns alltäglich mal ereilen können. Vom Schwindel über Schluckbeschwerden bis hin zu motorischen Ungereimtheiten, wird sie erst im Laufe der Zeit zu einer Qual für die Betroffenen. (Mehr…)

Ich mache mit, um mit meiner Spende die Forschung zu unterstützen, möchte aber auch darauf hinweisen, dass all die Mistdinger, die sich in den letzten Jahren in meiner persönlichen Umgebung eingenistet haben, ebenso beachtet und bekämpft werden müssen. All diese verdammten Krebse und in unserem Falle oben drauf noch globale Aphasie gehören in keine Familie.

Und weil es die Spielregeln so vorsehen, nominiere ich zwei liebenswerte Menschen und eine liebenswerte Gruppe von Kollegen. The Nominees are:

Katja RaaschKoschi und Büro 311 der Schlüterschen

 

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Ein Grill für eine Wurst?

Eine bemerkenswerte Entwicklung, oder? Früher haben wir uns an der Tanke Sechserträger, Chips und einen Einweg-Grill gekauft und haben uns an die Teiche geschmissen, um den Feierabend zu gestalten. Bei der Bundeswehr haben wir dann erfolgreich Alles auf Allem gegrillt. Hat auch geschmeckt. Dem Elektrogrill auf dem Balkon unserer Wohnung kann ich bis heute weder in Stil noch in Geschmack etwas abgewinnen. Aber illegal war es irgendwie, ya.

Nun – gereift zum Hausbesitzer – habe ich vor 3 Monaten zum Beginn der Saison wie alle meine Nachbarn auch einen Grill gekauft. Doch anders als in den Jahren zu vor ist es dieses Mal kein „Grill für eine Wurst“. Nein, es ist ein Grill, für den ich im Vorfeld eine Grill-Bibel, eine passende Zange, einen Anzünder, passende Rostreinigungsflüssigkeit und diverse weitere Assets geschenkt bekommen habe.

Ich konnte mir also gar keinen anderen Grill kaufen. Es scheint ein Grill für die Ewigkeit zu sein (zumindest von der monetären Bewertung her vergleichbar mit einem Möbelstück). Ey Weber, wer auch immer du bist: du hast mich weberisiert. Und das finde ich blöd.

Mir geht es doch nicht alleine so, oder? „Einen Weber, oder?“ schallt es grundsätzlich als Antwort auf eine Randbemerkung zurück, dass man jetzt auch einen Grill habe. Dabei ist das „oder“ mehr ein „bestimmt“.

Von Koschi weiß ich, dass es auch noch andere Marken gibt. Es gibt Konkurrenzgrillseminare und bestimmt auch andere Hersteller von speziellen Burgerzangen.

Logische Konsequenz des Grillhypes: wir brauchen den Trend zum Wintergrillen, damit es eine Ganzjahreskonjunktur gibt. Unser Grill ist auf jeden Fall farblich auch auf diese Saison vorbereitet. Der offizielle Farbton „Creme“ kann auch als schneeweiß durchgehen.

Ob ich geschmacklich was bemerkt habe, kann ich noch nicht bestätigen. Der Stichprobenumfang ist für den Zwillingspapa noch zu gering – mir ist das vom Aufwand her alles immer ein bisschen zu anstrengend.

Musikalisch hätte ich jetzt gerne nen Song über nen Grill oder ne Wurst gepostet – gibt es aber leider nicht. WEBER! GIBT ES NICHT!

Von daher bleibt dieser Artikel stumm.

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Stay up all night!

So, Musik für ein paar Stunden Flug ist aufgeladen. Darunter auch eine der geilsten Post-Punk-Perlen der letzten Jahre, die sich auf die Endgeräte geschmuggelt hat. Seit zirka 2 Jahren in meiner Mediathek, bis jetzt aber nahezu zu unrecht ungespielt.hier handelt es sich nicht um Green Day sondern um die grandiosen Street Dogs aus Boston. Klingt zwar anders als Bosstones oder die Dropkick Murphys, geht aber stark nach vorne. Und ich jetzt trotzdem ins Bett.

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Dies, Das, Arbeit und so

Völlig unerwartet hab ich gestern ein seit langem mal wieder intensives Gespräch über gute Musik geführt. Gut, es war laut, der Burger war fettig und der Knoblauch-Dip scheint sich immer noch pelzig auf meine Zunge zu legen. Aber im Prinzip ist das egal. Gefühlte 2 Stunden habe ich mit meiner Kollegin Caro eine Reise in unsere Mixtapes von damals gemacht. Festgestellt, das wir auf dem Tape dieses und auf dem Tape jenes hatten, auf dem Konzert das am Besten und überhaupt Nada Surf und keine Ahnung. Ich weiß nicht wirklich, ob wir R.E.M. thematisiert haben, aber ich habe beute am frühen Morgen unbedingt Finest Worksong hören müssen. Vielleicht auch als Ausblick auf den Tag. Ich weiß es nicht.

Jetzt ist der Tag vorbei, ob es “my finest Workday” war weiß ich nicht. Aber der Song ist großartig. Und nächstes Mal bin ich vorbereiteter auf Musikdiskussionen. Ich muss einfach wieder mehr auf Konzerte gehen.

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Last Train to… Frankfurt

2013 war ein Jahr mit vielen Zugfahrten. Für die Letzte hab ich mein iTunes beauftragt, mir meine seit langem nicht gehörten Jugendsünden zusammenzustellen, die ich mit mehr als 4 Sternen bewertet habe. Diese Mischung in einem völlig überfüllten Zug mit Menschen, die sich in Vorfreude auf Ihre Weihnachtsurlaube (denn da fahren die hier scheinbar alle hin) anrempeln, wegschubsen und anschreien, fördert meine gedankliche Abgrenzung von den komischen Leuten hier. Ich bin ja schliesslich auch beruflich hier im Zug. Quasi.

Ok everybody, lie on the Floor and keep calm!

“Last Train to Trancentral” von KLF

Hier jetzt drei weitere Perlen der Liste

Utah Saints “Something good”
Ich hab den Song damals immer aufgelegt. Das war das Maximum Elektronik, was es neben KLF und EMF auf meine Plattenteller geschafft hat. Und der Track fördert bei mir das schlechte Gewissen, mal mehr Kate Bush zu hören.

Hier anhören

Presidents of the United States “Peaches”

Moving to the Country! Ess ne Menge Pfirsiche. Genau. So verkauft man vor ein bis zwei Jahrzehnten gute Songs.

 

The Levellers “Far from Home”
Ich liebe diesen Song. Er diente vor allen Dingen damals als kreative Vorlage für die Folk-Punk-Reminizenz “Mr.Duncan”, die wir mit Stumpfsin eingespielt haben. Lange lange ists her.

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Dieses Biest ist frei

“Oh, am anderen morgen!”

Freunde, Warnung an alle, die in den nächsten Tagen mit mir Auto fahren. Selig’s Kracher “Arsch einer Göttin” hat es wieder in meine Heavy Rotation geschafft. Ich bin nachweislich ein großer Fan von Jan Plewkas Stimme, was mich bei dieser Stimmbänderherausforderung dazu zwingt, laut mitzubrüllen. Macht mir einfach Spaß! Da man als verantwortungsvoller Vater beide Hände am Steuer haben sollte, kann ich leider keine Luftgitarre vom Rücksitz holen! Also, sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt! Ach ja, danke für diese Zeile:

“Und ich kroch auf meiner Seele für einen Streifzug ihrer Sinnlichkeit!”

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